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DAS MUSEUM IN JAUER
nahm seine Tätigkeit im Jahre 1929 auf. Die Familie von Koschwitz, örtliche Kunstsammler und -kenner, hatten der Stadt zu diesem Zweck ein Gebäude in der ehemaligen Gartenstraße übergeben. In der Villa fanden reiche Sammlungen von ehemaligen Zünften, der im Jahre 1811 in Jauer gegründeten Schützengilde (7) und kirchlichen Organisationen ihren Platz. Zumeist handelte es sich hierbei um Schenkungen der Jauerschen Bürger. Es entstand ein typisches Heimatmuseum nach dem Vorbild der im 19. Jahrhundert so weit verbreiteten Natur- und Raritätensammlungen.
2Nach dem 2. Weltkrieg nahm das Museum im Jahre 1949 seine Tätigkeit wieder auf. 1964 wurde das Museum in den gotischen Gebäudekomplex (1) verlegt, der aus der Hl. Maria-Kirche und dem Kloster des ehemaligen Bernhardinerordens bestand. In den Jahren 1976-1986 wurden Kirche und Kloster renoviert und an die museale Nutzung angepaßt. Die spätgotische Hallenkirche mit der charakteristischen Blendgiebelfassade wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut. Ihr dreischiffiger Innenraum ist durch schlanke Pfeiler (2) aufgeteilt. Die angrenzenden Klosterflügel, die den Innenhof umgeben, wurden Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts durch Johann von Wardein gestiftet. Auffallend ist ein östlich angefügter Arkadengang als Verbindung zu einem Turm der alten Stadtmauer. Die Kirche wurde 1489 eingeweiht. Nach der Reformation gehörte sie bis 1638 den Protestanten, die hier eine Schule führten. Dann ging die Kirche wieder in den Besitz der Bernhardiner über. Nach der Säkularisation 1810 wurde die Kirche als Landwehrzeughaus, Remise, Lager und Werkstatt benutzt. Seit 1994 hat die Galerie der Schlesischen Sakralkunst in der Klosterkirche ihren Platz. Im Klostergebäude werden die Hauptbestände des Regionalmuseums Jawor/Jauer präsentiert (3), dazu Ausstellungen mit Exponaten aus
 
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anderen in- und ausländischen Museen oder von Privatsammlern sowie Werke von zeitgenössischen polnischen und ausländischen Künstlern. Das Museum betreibt eine breitangelegte Bildungsarbeit (5). Seit 1995 organisiert es jährlich ein ammermusikfestival unter dem Namen "Jauersche Friedenskonzerte" (6) und seit 1997 internationale Kunstwerkstätten und Ausstellungen mit Künstlern der Euroregion Neiße (4). Die Museumsbibliothek mit einer bedeutenden Sammlung von Fachliteratur ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Museum besitzt eine Restaurierungswerkstatt für Kunstwerke verschiedener Materialien. Das Regionalmuseum Jawor arbeitet mit deutschen und tschechischen Institutionen zusammen: Museum für schlesische Landeskunde in Königswinter, Schlesisches Museum zu Görlitz und Bezirksmuseum in Turnov.